ॐ नमः शिवाय Oṃ Namaḥ Śivāya

Dalynn & Anna-Lena in Indien

29Juni
2016

Abschied

Nun ist es soweit.

Nächste Woche bin ich in Deutschland und ich kann es noch gar nicht glauben. 

Einerseits ist ein Jahr so schnell vergangen, andererseits ist die Welt in Deutschland schon so weit weg und ich kann mich schon nicht mehr an die Gerüche erinnern und wie es ist nicht mehr zu schwitzen. Ich bin super aufgeregt wie es wird, wenn ich zurück bin, wie ich die alte neue Welt sehe. 

Dieses eine Jahr war so erlebnisreich wie nichts zuvor und ich bin so dankbar es erlebt haben zu dürfen. Dankbar für...

... meine Mitfreiwilligen, die super gute Freunde geworden sind.

... meine indische Familie, wo ich ein vollwertiges Familienmitglied geworden bin. 

... meine Schüler, die mich oft auf die Palme brachten, jedoch vieles gelehrt haben.

... Sambhali Trust. Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell die Organisation wächst und wie viele Menschen mit Herz und Seele dabei sind anderen Menschen zu helfen. (Nochmal ein kleiner Spendenaufruf, da noch ein paar Gelder für kleine Projekte fehlen. Jeder Cent ist Goldwert! Globalgiving Sambhali)

... Suman, Pooja und Meera mit denen wir zusammen gearbeitet haben und die auch super gute Freunde geworden sind. 

... noch viele weitere Menschen, die ich hier kennengelernt habe und die meine Jahr fantastisch gemacht haben. 

Auch wenn der Abschied nun schwer wird, wahrscheinlich schwerer als der in Deutschland, werde ich immer mit einem lächeln zurückblicken. Das kann mir keiner mehr nehmen.  :) 

Eins ist sicher: Ich komme zurück!

DANKE!

 

     

 

15Juni
2016

Last Trip

Vom 3. bis zum 12. Juni waren wir noch einmal alle gemeinsam unterwegs, da unsere Center Ferien hatten. 

Unsere erste Station war noch einmal Delhi, da wir dort Gracie (eine langzeit Freiwillige aus Jodhpur) verabschiedet haben.

Delhi war, wie das letzte mal sehr vom schicken Großstadtleben geprägt und wir haben uns Kulturprogramm und das "typische" Indien wieder gespart.

Nichts desto trotz hatten wir super viel Spaß und haben die Zeit im AC Apartement genossen... man gönnt sich ja sonst nichts.

Um unser schlechtes Gewissen allerdings doch ein wenig zu beruhigen haben wir am Sonntag noch das rote Fort und die berühmte große Moschee besucht. Dort war allerdings so ein Menschenauflauf, dass ich mich zutiefst unwohl fühlte. Auch, weil ich mich an das Angestarrt werden immer noch nicht zu hundert Prozent gewöhnt habe.

Zurück in Deutschland werde ich wahrscheinlich am Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom leiden, wenn mich niemand mehr auf der Straße fragt, ob er ein Foto mit mir machen kann (natürlich nur ein Spaß!).

Die meisten sind von Delhi dann wieder nach Jodhpur zurück, aber Hannah, ich und Thekla haben unsere freie Woche genutzt und sind weiter nach Agra gefahren.

Was dort steht wissen sicher die meisten. Indiens Wahrzeichen: das Taj Mahal!!!

Natürlich ist es ein super schönes Gebäude mit atemberaubender Architektur. Allerdings muss man nicht unbedingt extra nach Agra kommen, aber es lag gerade auf unserem Weg und Thekla musste ihre Prophezeiung erfüllen.

Ich weiß nicht warum, aber ich war ein wenig "Anti" auf das Taj Mahal eingestellt (eventuell, weil Touris, im Gegensatz zu Indern, welche 50 Rs (ca.70 cent) Eintritt zahlten, 1000 rs (ca.14Euro) zahlen mussten!!! -.- Obwohl wir alle Verhandlungsskills ausgepackt haben die wir in 10 Monaten Indien gelernt hatten)  

Deshalb konnte ich mich jedenfalls nur zu verrückten Fotos hinreißen lassen:

Grumpy Leni

Mannschaftsbild

Chaloooooo                                                   Express yourself

Om nom nom

Das Taj Mahal ist für viele das Zeichen der unendlichen Liebe, da  Großmogul Sah Jahan es als Mausoleum für seine verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal erbauen ließ.

Wenn man allerdings ein wenig Hintergrundinfos bekommt, erscheint es doch nicht mehr sooo romantisch. Z.B. war Mumtaz nur seine liebste aus 72. Frauen oder das Projekt wurde aus den Steuern der Bürger gezahlt. Man bekommt auch Gruselgeschichten zu hören, wie zum Beispiel, dass die Handwerker sich nach dem Erbau die Hände abhacken mussten, weil sie nie wieder etwas bauen sollten, nach dem Taj Mahal. 

Keine Garantie für die Richtigkeit dieser Geschichten!

Sehr fasznierend ist allerdings, dass das Taj Mahal bis auf jeden Zentimeter symmetrisch ist. Das Grabmal von Mumtaz Mahal bildet dabei die Mitte. Die Gartenanlage, die Gebäude links und rechts, die Türme, alles ist aufeinander abgestimmt. Selbst die Muster und Steinfarben sind alle symmetrisch zueinander. Im Westen, Richtung Mekka, steht eine Moschee. Natürlich musste deshalb auf der anderen Seite auch das selbe Gebäude errichtet werden, was allerdings nicht als Moschee genutzt werden kann, da es nicht nach Mekka ausgerichtet ist.

Unser eigentlich Ziel für diese Woche war Jaipur. Die Hauptstadt Rajasthans, auch pinke Stadt genannt. 

Pinke Stadt, weil die meisten Häuser in der Altstadt pink sind (genauso wie in Jodhpur mit blauen Häusern).

Dort haben wir dann im Kontrastprogramm zu Delhi alle Sights abgeklappert, die in den paar Tagen gingen. 

Das wunderschöne Amber Fort:

Abends, zum Sonnenuntergang, haben wir uns dann zum höchst gelegenen Fort bringen lassen, um auf dessen Mauern den Blick über Jaipur in der abendlichen Stimmung zu genießen.

Der Palast der Winde

Diesen Palast ließ irgendein Herrscher für seine Frauen errichten, damit diese von den unzähligen Fenster aus die Festzüge auf der Straße beobachten konnten, ohne selbst gesehen zu werden, was damals ein NOGO gewesen wäre. 

 

Der gute Herr war wohl nicht nur sehr engagiert seine Frauen bei Laune zu halten, sondern interessierte sich auch sehr für Astronomie. 

Das nächste Bild zeigt eine riesige, sehr präzise Sonnenuhr. In diesem Park standen unzählige ähnliche Instrumente. 

Leider Gottes musste wir uns dann auf unsere letzte Zugfahrt in Indien begeben. Ich muss wirklich sagen, dass ich mittlerweile sehr an das Reisen in Indien gewöhnt habe und gelassen an die Sache ran gehe, selbst wenn wir kein Ticket haben und uns in irgendein Abteil reinquetschen, was für Indien "Anfänger" wirklich nicht empfehlenswert ist. 

Die nächste große Reise geht dann in 21 Tagen nach Deutschland und ich bin fast aufgeregter als vor einem Jahr! 

24Mai
2016

Hoch hinaus

Am 30. April ging es abends los Richtung Amritsar im Punjab. Wie so oft sind wir über Nacht gefahren, weil die Strecken hier in Indien einfach zu weit sind.

Zugfahren ist in Indien eigentlich echt angenehm. Man hat seinen Sitz- und Liegeplatz mit Ventilatoren und kann Nachts einigermaßen gut schlafen. Morgens um 5 Uhr fangen die Tschai Verkäufer dich dann zwar lauthals an zu wecken, aber dafür bekommt man einen schönen Cup Tschai direkt ans Bett geliefert. 

Schön ist es auch, wenn man sich an die offene Tür stellt und der Landschaft beim Vorbeifahren zuschauen kann.

Welcome to Amritsar!

Auch wenn man nicht gerade behaupten kann das Amritsar in seiner Gänze eine wunderschöne Stadt ist. Hat Amritsar doch etwas sehr besonderes, was es für mich wunderschön und besonders gemacht hat...

Der goldene Tempel!

Der Tempel, zusammen mit seinem Drumherum und der Religion Sikhismus hat mich sehr fasziniert. Im Tempelanwesen musste jeder seinen Kopf bedecken und die Schuhe draußen lassen. Beim ersten Anblick des Gebäudes war ich sprachlos. Es herrscht dort eine ganz besondere friedvolle Stimmung. 

Der Sikhismus ist eine interessante Religion, welche sich vom Aberglauben und religiösen Riten abkehrt und soziale Hirarchien ablehnt. Ein streng gläubiger Sikkihst hat die 5 K´s immer bei sich:

  • Kes = ungeschnittenes und gepflegtes Haar
  • Kangha = Holzkamm
  • Kirpan = Dolch/Schwert
  • Kara = eiserner Armreif
  • Kachera = eine Unterhose die bis zu den Knien geht

Außerdem hab ich die meisten Sikhisten mit einem super ordentlich gelegtem Turban gesehen, was super schön aussieht, vor allem mit bunten knalligen Farben.

 

Des weiteren haben sich die Sikhisten in Amritsar auferlegt, JEDEN Besucher, ob Inder oder Ausländer, ob Christ oder Muslim... zu verköstigen und einen Schlafplatz zu bieten. For free! 

Pro Tag werden in der riesen Kantine bis zu 80.000 Leute verköstigt. Organisiert wird das ganze von frewilligen Helfern und finanziert durch Spenden. Es wird in riesigen Töpfen gekocht, wo 2000 Portionen auf einmal reinpassen. Wir konnten uns das natürlich nicht entgehen lassen und haben dort Abendbrot gegessen. Ich war super fasziniert wie durchorganisiert und sauber das Ganze ist. Wir haben mit hunderten Menschen gleichzeitig gegessen und das Essen war wirklich super lecker und ich bin mehr als satt geworden. 

Nach dem Essen trägt man seinen Teller runter und gibt ihn ab. Der Teller wandert dann durch ein 7 stufiges Abspülverfahren und kommt mehr als sauber wieder hinten raus.  Beim abspülen arbeiten auch nur Freiwillige. Auch wir haben an eines der 7 Spülbecken mitgeholfen. Ich hatte zwar das Gefühl, dass bei uns am Becken der Teller schon sauber war, aber was muss das muss. In Akkordarbeit hat man die Teller, Schälchen und Löffelchen zugeschmissen bekommen. Es war faszinierend zu spüren wie die Gemeinschaft hier zusammen arbeitet. Dem einzelnen hat es nicht viel abverlangt, aber zusammen schafft es die Gemeinschaft 80.000 Menschen zu verköstigen, mit allem was dazu gehört.

 Ein riesen Zwiebelhaufen!

Nach dem Abendessen sind wir mit Schlafsack in die Tempelanlage gelaufen und haben unseren Schlafplatz errichtet. 

 Mit tollem Ausblick auf den beleuchteten goldenen Tempel haben wir mit mehreren hundert Leuten dort geschlafen. Mitten in der Nacht hörten wir plötzlich lautes Wasserrauschen. Dann sahen wir woher das Geräusch kam. Hunderte von Leuten schütteten Wassereimer auf den Boden und putzten das Gelände um den goldenen Tempel. Wieder ein komplett durchorganisierter Gemeinschaftsakt, wobei in ca. 1 std. das ganze Gelände gründlich gesäubert wurde.

Auch wenn die Nacht nicht sehr erholsam war, war es ein faszinierendes Erlebnis.

 

Auf dem Weg nach Daramshala/ Mc Leod Ganj saßen wir aufgeregt wie kleine Kinder im Bus, als wir die ersten Berge sahen.

Mc Leod Ganj ist ein kleines Bergstädtchen in den Anfängen des Himalyas auf 1700 Hm. Viele Tibeter sind aus Tibet dort hin geflüchtet, weshalb auch der Dalai Lama dort einen Wohnsitz hat. Es ist ein sehr touristisches kleines Städtchen mit vielen fancy Restaurants und viel Verkehr. Das erwartet man eigentlich nicht so. Mitten im Geschehen sieht man die buddhistischen Mönche in ihren Roben laufen und in den Cafés sitzen.

Wir selbst haben 280 Treppenstufen weiter unten in einem Kloster gewohnt. Dort leben auch unsere Freunde, die wir auf dem Zwischenseminar kennen gelernt haben und welche in Mc Leod Ganj arbeiten.

  

Wir durften Aron zu seiner Klasse begleiten, in der man mit seinen Schülern über Fragen geredet hat. Das dient dazu das Englisch anzuwenden und zu verbessern. Viele Mönche kommen auch z.B. aus Thailand nach Mc Leod Ganj, um Englisch zu lernen, da es dort sehr viele NGOs gibt, die dies frei anbieten. Es war sehr faszinierend sich mit den Mönchen zu unterhalten und ihre Sicht auf die Dinge zu hören. Ein Mönch hat mir auch von seiner Heimat Tibet erzählt und wie sehr er sie und seine Familie dort vermisst, da er alleine geflohen ist. 

Natürlich mussten wir in den Bergen auch wandern gehen. Wir 6 sind nach Triund gelaufen (ca. 1000Hm)

Unzählige Tschaistände auf dem Weg

Angekommen auf 2875 Hm:

Da wir gerade am Wochenende dort hochgelaufen sind, war es ziemlich überfüllt. Auch von Junggesellen Partytruppen die so weit oben zu Partymusik abtanzten... nichts mit der Ruhe in den Bergen.

  

Mit Aussicht auf die hohen Berge

 Da dachten wohl einige, dass Red Bull wirklich Flügel verleiht...

Wir haben auch im Zelt übernachtet und ich hätte echt nicht gedacht, dass mir in Indien nochmal so kalt werden könnte.

Nach der Wanderung haben wir uns noch in einem Wassrfall abgekühlt

Auf dem Weg nach Rewalsar haben wir in Bhir/Billing Stopp gemacht um den Weltweit 2. besten Platz zum Paragliden zu testen. Wir hatten zwar nicht das Beste Wetter, aber es war trotzdem super schön.

Ein entspannter Tag in Rewalsar. Auch ein buddhistisches Dörfchen auf dem Weg nach Manali mit großer Buddha Statue:

Nach Rewalsar ging es noc höher hinaus auf 2200 Hm nach Manali

 

Wir sind auch wieder ein wenig wandern gegangen und hatten dabei Aussicht auf 5000er Berge. Die höchste Spitze in der Gegend ist sogar um die 6000. Faszinierend!

Hex, hex!

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Der Ort Manali ist auch, wie Mc Leod Ganj sehr touristisch. Es gab super leckere Cafes und Restaurants. Auch die german bakery mit den Schokocrossants haben wir sehr genossen. In unserem Guesthouse mit Holzdiehlen haben wir uns auch ein wenig wie in Österreich oder Schweiz gefühlt. Super schön!

Als Actionprogramm haben wir in Manali das Canyoning ausprobiert, wobei man sich Wasserfälle abseilt. Unser Guide ist zur Zeit in Indien, aber eigentlich arbeitet er für die Bergrettung Zermatt in der Schweiz und hat schon einige coole Dinge erlebt. So einen Job will ich auch! 

 

Leider mussten wir uns dann auch wieder von den Bergen verabschieden und uns Richtung Heimat aufmachen. 

Die Weite Indiens fasziniert mich immer wieder. Wir sind 40 Stunden (!!!) nach Jodhpur zurück gefahren. Dabei haben wir nur 3 Bundesländer von 29 durchquert.

 

 Nun sind wir schon eine Woche zurück in Rajasthan und die Temperaturen sind ins unermessliche gestiegen. Man schwitzt den ganzen Tag bei ca. 47 Grad. Manchmal mehr, manchmal weniger. Nachts kühlt es auch nur auch 31 Grad ab und das Wasser, mit dem man duscht ist tagsüber kochend heiß. 

In Phalodi, 50km von Setrawa entfernt, wurde der Hitzerekord, seit Anbeginn der Wetteraufzeichnungen in Indien mit 51 Grad gemessen. Platz 3 Weltweit! Hier geht es zum Artikel

Zum Glück kommt mein Körper relativ gut mit den Temperaturen klar, aber ich freue mich jetzt auch auf die frische Luft und die Temperaturen in Deutschland wieder. 

Nur noch 41 Tage....

19April
2016

Fotoserie aus Setrawa

Ein sehr seltenes Ereignis, Wolken!!!

Beim Morgenspaziergang:

Setrawa Postoffice:

  

=Setrawa

Sonnenuntergang vom Rooftop:

Einer von den 3 Steinbrüchen:

Setrawas Tierwelt:

  

SAND, SAND, SAND

  

Markt und der Weg zu mir nach hause:

  

Unser Subji (Gemüse) Verkäufer

     

Mein Zuhause:

  

Weg zum Sambhali Center:

Ausblick aus meinen Fenstern:

27März
2016

Verrücktes, buntes "Indien"

 

In den letzten paar Tagen ist mal wieder viel passiert.

Letzten Freitag sind wir, anlässlich Michaels Geburtstag (Freiwilliger in Jodhpur) mit dem Nachtzug nach Neu Delhi gefahren.

Schon bei der Ankunft bekam ich ein ganz anderes Indien zu sehen.

Wir hatten ein Apartment im Hauz Khas Viertel und haben uns die 3 Tage auch kaum dort heraus bewegt. In Delhi haben wir uns also das typische Touri Programm gespart und sind in die Welt der Reichen und Schönen getaucht. Was ein Kulturschock....

Riesige Mals, schöne und verrückte Restaurants, feine Boutiquen und wilde Partys.

  

 

So habe ich Indien mal wieder von einer ganz anderen Seite gesehen.

Natürlich geht es in Delhi nicht überall so zu. Dort gibt es genau so die armen Viertel, die Altstadt, die Tempel und noch viele schöne andere Plätze, die ich vielleicht bei meinem nächsten Besuch erkunden werde.

Jedenfalls ist mir schon wieder einmal klar geworden, dass es völlig unmöglich ist, Indien in seiner Gänze in einem Jahr zu entdecken. Jeder Staat, jeder Bezirk, jede Stadt und jedes Dorf hat seine Eigenart. Während meines Aufenthalts hier lerne ich also nur mein Dorf und vielleicht Jodhpur ein bisschen besser kennen. Vieles andere habe ich gesehen und kann es möglichst objektiv wiedergeben, aber beurteilen längst nicht.

Wenn ich also zurück bin, fragt mich bitte nicht wie Indien ist, wie die Menschen sind. Darauf habe ich nämlich keine Antwort. Ich kann vielleicht über meine Familie hier in meinem Dorf reden und über mein Leben, aber mehr Maße ich mir nicht an.

 

Als wir also aus dem kleinen Universum in Delhi wieder draußen und in Jodhpur waren, war es Zeit für das mit größte und bunteste Festival hier: Holi!!!

Mittlerweile wird es schon oft in Deutschland imitiert, was ich auch allzu gut verstehen kann. Es macht einfach super Spaß sich mit Farbe zu beschmeißen und im Schlamm zu wälzen.

Am Abend vor dem Haupttag, sind wir in das Boardinghome (Zuhause für Mädchen, die in Jodhpur zur Schule gehen, von Sambhali) und haben die kleine religiöse Zeremonie gemacht, wobei ein Feuer entzündet wurde. Meine Jungs in der Schule haben vorher einmal versucht mir die Holi Geschichte zu erzählen, aber ich habe sie leider nicht wirklich verstanden. Bei den 3,2 Milliarden Gottheiten und Geschichten hier, kommt man schon einmal durcheinander.

Am nächsten Tag machten wir uns dann, präpariert mit Öl in den Haaren und alten Klamotten, wieder auf zum Boardinghome. Dort wurden wir gleich mit einer Ladung Farbe ins Gesicht empfangen und die Schweinerei ging los.

So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Allein die intensiven bunten Farben zauberten einem das Lächeln aufs Gesicht, was auch dafür sorgte, dass ich genug von der Farbe in dem Mund bekam. Irgendwann kam das Wasser dazu und es artete in eine wilde Farbschlammschlacht aus...ein rieeesen Spaß!

Nachdem wir Farbe überall hatten sind wir mit 21 Leuten in einem Auto zum Clocktower (Haupttreffpunkt der Altstadt) gefahren und haben dort noch weiter gefeiert. Jung und Alt waren voll mit bunter Farbe und ich wünschte, wir hätten ein derartiges religiöses Fest auch bei uns.

 

Heute wünsche ich euch frohe Ostern. Auch ein buntes Fest, zumindest die vielen Eier! :)

 

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